Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW für Lesben und Schwule nimmt Trans* ins Logo auf.

Pressemitteilung, 07.02.2017

Gemeinsam Trans*-und Homofeindlichkeit entgegentreten

Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW für Lesben und Schwule nimmt Trans* ins Logo auf.

Im 14. Jahr ihres Bestehens besiegelt die vom Land geförderte Landeskoordination für Lesben und Schwule in Nordrhein-Westfalen nun auch offiziell, wofür sie sich bereits seit Jahren einsetzt: Sie erweitert ihre Bezeichnung und ihr Logo um Trans*. „Was bereits lange drin steckt, soll nun auch nach außen deutlich werden“, sagt Şefik_a Mai von der landesweiten Fachstelle in Trägerschaft des rubicon e.V. in Köln. Schwerpunkt der Arbeit der Landeskoordination sind alle Aspekte von Diskriminierung und Gewalt bezogen auf Lesben, Schwule, bisexuelle und transidente Menschen, die häufig auch mehrdimensional seien: „Menschen, die von Homo- oder Transphobie betroffen sind, können auch Opfer von Rassismus, Sexismus  Islamophobie ,Alten- oder Behindertenfeindlichkeit sein“, erklärt die Expertin* von der Landeskoordination.

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen: „Ich freue mich darüber, dass das Engagement der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Trans*Menschen in NRW nun auch im Namen und Logo der Fachstelle deutlich wird. Dies ist auch eine Ermutigung für Trans* Personen in NRW, die sich an die Einrichtung wenden können, wenn sie von Ausgrenzung, Gewalt und Diskriminierung betroffen sind.“

Şefik_a Mai weist darauf hin, dass Trans* Menschen, die sich einem anderen als bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen, in den letzten Jahren zwar sichtbarer geworden sind, im Alltag jedoch mit vielen Problemen konfrontiert werden. Das habe damit zu tun, dass die Gesellschaft nur die normierten Geschlechter Mann und Frau und die damit verbundenen Rollenzuschreibungen kennt. Menschen jedoch, die von diesen stereotypen Vorstellungen abweichen, lösen deshalb häufig Irritationen bis hin zu Aggressionen und gewalttätigen Übergriffen aus, so Şefik_a Mai.

So fühlten sich trans*- und homofeindliche Gewalt Ausübende zum Beispiel davon provoziert, dass eine Frau nicht ihren Vorstellungen von der äußeren Erscheinung einer Frau entspricht oder zwei Männer Händchenhaltend spazieren gehen.

Vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Trans*, Lesben, Schwule und genderqueere Personen, aber auch strukturelle Gewalt und Diskriminierung zu benennen, darüber aufzuklären, Fachkräfte und die Gesellschaft zu sensibilisieren, gehört zum Aufgabenspektrum der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit. In Nordrhein-Westfalen hat die Fachstelle in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das landesweit 18 Beratungsstellen umfasst. „Zusammen stellen wir uns Trans*-und Homofeindlichkeit entschieden entgegen. Denn sobald öffentlich sichtbar wird, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* respektvoll behandelt werden und das Opfer von homo- und trans*feindlicher Gewalt ernst genommen werden, schreckt das potentielle Täterinnen und Täter ab“, erklärt Şefik_a Mai. Und auch: „Diese guten Vernetzungen und solidarischeren Kooperationen wollen wir weiter ausbauen.“


„Trans” ist eine lateinische Vorsilbe und bedeutet jenseits. Trans*Personen leben demnach jenseits ihres bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts. Trans* ist ein Oberbegriff, der verschiedene Lebensweisen, Körperlichkeiten und Identitäten beschreiben kann, z. B. Transidentität, Transgender oder Transsexualität.

Genderqueere Personen wollen oder können  sich nicht auf einen der heteronormativen Stereotype („der Mann” „die Frau”) festlegen. Sie stellen die Einsortierung in ausschließlich zwei Geschlechter grundsätzlich in Frage.


Wir meinen: Ein überfälliger Schritt und ein wichtiges Signal in die richtige Richtung!

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