Beethovens Bunte 2017 – die Planung läuft!

Auch dieses Jahr wird es Beethovens Bunte geben, wie letztes Jahr mit Themenwoche und dem altbekannten Sommerfest
Wir stecken regelmäßig die Köpfe zusammen und planen was das Zeug hält!

Die Themenwoche wird dieses Jahr stattfinden vom 29.07. – 04.08.2017 und das Sommerfest mit abschließender Party am Samstag, den 05.08.

Weitere Infos findet ihr bald hier sowie auf unserer Facebook-Seite.

Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW für Lesben und Schwule nimmt Trans* ins Logo auf.

Pressemitteilung, 07.02.2017

Gemeinsam Trans*-und Homofeindlichkeit entgegentreten

Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW für Lesben und Schwule nimmt Trans* ins Logo auf.

Im 14. Jahr ihres Bestehens besiegelt die vom Land geförderte Landeskoordination für Lesben und Schwule in Nordrhein-Westfalen nun auch offiziell, wofür sie sich bereits seit Jahren einsetzt: Sie erweitert ihre Bezeichnung und ihr Logo um Trans*. „Was bereits lange drin steckt, soll nun auch nach außen deutlich werden“, sagt Şefik_a Mai von der landesweiten Fachstelle in Trägerschaft des rubicon e.V. in Köln. Schwerpunkt der Arbeit der Landeskoordination sind alle Aspekte von Diskriminierung und Gewalt bezogen auf Lesben, Schwule, bisexuelle und transidente Menschen, die häufig auch mehrdimensional seien: „Menschen, die von Homo- oder Transphobie betroffen sind, können auch Opfer von Rassismus, Sexismus  Islamophobie ,Alten- oder Behindertenfeindlichkeit sein“, erklärt die Expertin* von der Landeskoordination.

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen: „Ich freue mich darüber, dass das Engagement der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Trans*Menschen in NRW nun auch im Namen und Logo der Fachstelle deutlich wird. Dies ist auch eine Ermutigung für Trans* Personen in NRW, die sich an die Einrichtung wenden können, wenn sie von Ausgrenzung, Gewalt und Diskriminierung betroffen sind.“

Şefik_a Mai weist darauf hin, dass Trans* Menschen, die sich einem anderen als bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen, in den letzten Jahren zwar sichtbarer geworden sind, im Alltag jedoch mit vielen Problemen konfrontiert werden. Das habe damit zu tun, dass die Gesellschaft nur die normierten Geschlechter Mann und Frau und die damit verbundenen Rollenzuschreibungen kennt. Menschen jedoch, die von diesen stereotypen Vorstellungen abweichen, lösen deshalb häufig Irritationen bis hin zu Aggressionen und gewalttätigen Übergriffen aus, so Şefik_a Mai.

So fühlten sich trans*- und homofeindliche Gewalt Ausübende zum Beispiel davon provoziert, dass eine Frau nicht ihren Vorstellungen von der äußeren Erscheinung einer Frau entspricht oder zwei Männer Händchenhaltend spazieren gehen.

Vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Trans*, Lesben, Schwule und genderqueere Personen, aber auch strukturelle Gewalt und Diskriminierung zu benennen, darüber aufzuklären, Fachkräfte und die Gesellschaft zu sensibilisieren, gehört zum Aufgabenspektrum der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit. In Nordrhein-Westfalen hat die Fachstelle in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das landesweit 18 Beratungsstellen umfasst. „Zusammen stellen wir uns Trans*-und Homofeindlichkeit entschieden entgegen. Denn sobald öffentlich sichtbar wird, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* respektvoll behandelt werden und das Opfer von homo- und trans*feindlicher Gewalt ernst genommen werden, schreckt das potentielle Täterinnen und Täter ab“, erklärt Şefik_a Mai. Und auch: „Diese guten Vernetzungen und solidarischeren Kooperationen wollen wir weiter ausbauen.“


„Trans” ist eine lateinische Vorsilbe und bedeutet jenseits. Trans*Personen leben demnach jenseits ihres bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts. Trans* ist ein Oberbegriff, der verschiedene Lebensweisen, Körperlichkeiten und Identitäten beschreiben kann, z. B. Transidentität, Transgender oder Transsexualität.

Genderqueere Personen wollen oder können  sich nicht auf einen der heteronormativen Stereotype („der Mann” „die Frau”) festlegen. Sie stellen die Einsortierung in ausschließlich zwei Geschlechter grundsätzlich in Frage.


Wir meinen: Ein überfälliger Schritt und ein wichtiges Signal in die richtige Richtung!

Impressionen vom Sommerfest 2016

Wow.  Was für eine tolle Premiere unseres queeren Sommerfest Beethovens Bunte. Wir sind immer noch total geflasht von dieser überwältigenden positven Resonanz und Eurer Präsenz. Danke an Euch alle von nah und fern die ihr da wart, mitgemacht habt, auf und hinter und vor der Bühne.

Gemeinsam haben wir eine wunderbare Verantaltungswoche und ein grandioses Fest auf dem Münsterplatz auf die Beine gestellt und Bonn damit gezeigt : Wir sind da.  Das haben wir auf der Aftershowparty dann auch nochmal gezeigt und ordentlich Party gemacht.

Es war toll. Danke.

 

 

Beethovens Bunte

Unter dem Namen »Beethovens Bunte« präsentiert sich in diesem Jahr das schwul-lesbische Sommerfest den Besucherinnen und Besuchern auf dem Bonner Münsterplatz. Mit »Beethovens Bunte« setzen wir am 6. August 2016 ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gegenüber Menschen und ihren unterschiedlichen Lebenskonzepten.

Es ist ein Fest für alle!

Wir hoffen, dass auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Menschen von nah und fern – egal ob lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transident, intersexuell oder auch heterosexuell – gemeinsam ein fröhliches und ausgelassenes Sommerfest feiern werden. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche wir viel Freude!

mehr zum -> „Beethovens Bunte“ Programm (PDF)

Miteinander mehr bewegen

Als ich mit 24 Jahren das erste Mal 1995 nach Bonn kam, hatte ich bereits ein queeres Köln während meiner Studienzeit erlebt.

Eine befreiende Zeit, nachdem ich im tiefsten Oberbayern irgendwann mit 15 Jahren merkte, dass ich dann doch irgendwie anders als die anderen war. Das ging klassisch los mit einem Verliebtsein in die Sportlehrerin und wurde gefolgt von dem ständigen Gefühl nichts zu den Themen meiner Mitschüler/innen beitragen zu können, weil sich meine Empfindungen in andere Richtungen bewegten, nämlich in das Gleichgeschlechtliche.

Ein ausschlaggebendes Erlebnis damals war, als ich den Biologieduden aufschlug und über das Wort homosexuell stolperte. Die Erklärung stand da schwarz auf weiß, die Erklärung für mich, für mein Sein.

So war ich dann also die Jahre über, durch den Duden testiert, in München und anderen Städten immer mal wieder auf der Suche nach Plätzen für mich. München bot eine alte Kneipe, in der die Besitzerin meine Mutter hätte sein können, ich als Jungspund wurde zwar herzlichst begrüßt, aber irgendwie fehlte mir ein Leben dort.

So stand ich dann auch irgendwann in Bonn. Ich suchte an meinem verregneten Ankunftstag , es war die Zeit als es noch gelbe Telefonzellen gab, im Telefonbuch nach einem homosexuellen Angebot der Stadt. Unter H, unter L … bis ich beim Buchstaben Z – das damalige „Z“ Schwulen-und Lesbenzentrum entdeckte.

Das gut versteckte Zentrum war in meiner anfänglichen Zeit  in Bonn jeden Dienstag die Möglichkeit, in familiärer Atmosphäre „sein zu können“.

7 Jahre später, ich war erfolgreich in einem Großkonzern geworden und lebte mich, kreuzte  ein neuer Begriff aus dem Amerikanischen meinen Weg, dem ich mich zuordnen konnte: Diversity Management.

Damals ergriff ich die Initiative ein Netzwerk im Konzern Deutsche Telekom zu gründen, um auch die Ausprägung sexuelle Orientierung zu belegen. 2002 wurde Queerbeet von mir gegründet und lebt heute noch als großes bundesweites Netzwerk aller Mitarbeiter/innen im Konzern und wurde10 Jahre nach Gründung sogar mit dem Max- Spohr- Preis ausgezeichnet. So bot ich die Chance, auch während der Arbeitszeit das eigene Sein offen leben zu können.

Mir wurde in diesen Jahren immer bewusster, wie wichtig es ist, sich zu vernetzen, sich Halt zu geben, eine Plattform zu bieten, ganz spezifische Belange eines „anders sein“ leben zu können.

Als ich die Telekom verließ initiierte ich die Wanderlotten, eine LGBTIQ- Wandergruppe, die seit 2011 durch Wald und Flur streift und ein großes Angebot mit sich bringt, Schönes in Bonn und Umgebung mit Gleichgesinnten und Wohlgesonnenen zu erleben.

Heute schreibe ich hier für r(h)einqueer Bonn e.V. und bin dankbar, dass ein Verein in Bonn aktiv wird, für die Community förmlich offeriert: sich zu leben. Weil genau das wichtig ist. Der Mensch ist durch Begegnungen mit anderen, durch Austausch und Hilfe, durch Akzeptanz und Anerkennung, durch gemeinsames Erleben lebendig. Der Mensch ist nicht ein Begriff im Duden, sondern einzigartig und vielfältig und die Stadt Bonn wird durch r(h)einqueer einen neuen Schub in eine Richtung des toleranten Lebens in Deutschland erfahren. Darauf kann Bonn stolz sein.

Ich bin mir sicher, dass bei allem gesellschaftlichen Wandel, der momentan geschieht, r(h)einqueer Bonn e.V. und die Bonner Community es zum richtigen Zeitpunkt schafft, ein starkes Signal für ein tolerantes Leben in der Stadt zu setzen.

Auch in Bonn „geht was“, wenn man miteinander was bewegt.

U. Zielonkowski

Buchtipp: „Königin der Landstraße“

Als Premiere erwähnen wir hier Theresa Amrehn, die Autorin des Buches „Königin der Landstraße“. Theresa und ihre Frau haben wir auf dem r(h)einqueer-Stammtisch kennen gelernt und in unseren Gesprächen kam raus, dass Theresa dieses Buch  über ihre Walz und was sonst so los war, geschrieben hat. Schaut mal rein!

https://www.piper.de/buecher/koenigin-der-landstrasse-isbn-978-3-492-06026-4